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Wandern und Wellness im goldenen Herbst

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Im November nach Südtirol? Diese Frage wurde uns sehr häufig gestellt. Wir dachten uns nur „Warum nicht?“. Im Nachhinein sind wir sehr glücklich über unsere Entscheidung. Wir hatten 10 Tage bestes Wetter. Nur strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. In Meran konnten wir sogar noch ein paar Spätsommertage bei 20 Grad genießen. Allerdings merkten wir auch sehr schnell, dass in der ersten Novemberwoche tatsächlich die absolute Nebensaison beginnt. Die letzten noch geöffneten Bergbahnen und Almen waren auch kurz vor ihrem Betriebsurlaub und starten dann erst wieder zur Wintersaison ab Mitte/Ende Dezember. Aus diesem Grund hatten wir dann die meisten Wanderwege nahezu komplett für uns allein und trafen auf sehr wenige andere Wanderer.

Die ersten 3 Tage verbrachten wir in Schenna, einer Gemeinde in sonniger Lage oberhalb von Meran. Dort waren wir in dem Hotel „Der Weinmesser“ untergebracht. Ein Hotel, dass, wie der Name verrät, für seine ausgezeichnete Weinauswahl bekannt ist.

Gastgeber Christian Kohlgruber ist ebenso wie seine Frau Doris ausgebildeter Sommelier und gibt sein Wissen gern an die Gäste weiter. Die umfassende und fair kalkulierte Weinkarte macht die abendliche Weinauswahl zu einem Highlight des Tages. Angeschlossen an das Hotel ist außerdem eine Vinothek, in der Gäste die Weine rabattiert erwerben können.

Morgens startet man mit einem qualitativ hochwertigen Frühstücksbuffet in den Tag. Das mehrgängige Abendmenü überzeugt optisch und geschmacklich.

Wir haben den ersten Tag direkt mit einer herausfordernden Wanderung gestartet. Keine gute Idee als allererste Wanderung über 1000 Höhenmeter herab zu wandern, der Muskelkater in den Waden am nächsten Tag war vorprogrammiert. Zum Glück verfügt das Hotel über einen sehr schönen Wellnessbereich, so dass wir unsere überstrapazierten Muskeln in der Sauna etwas entspannen und im noch sehr angenehm temperierten Außenpool lockern konnten.

Aber jetzt zur Wanderung: Zuerst ging es mit dem 1er Sessellift von Algund hinauf nach Vellau. Von dort ging es dann mit dem Korblift weiter nach oben auf die Leiteralm. Beide Lifte waren durch ihre Nostalgie schon ein Erlebnis für sich. Doch auch die folgende Wanderung abwärts war sehr abwechlungs- und aussichtsreich. Es ging durch Wälder und über Wiesen zurück nach Algund. Am Ende der Wanderung ging es ein Stück eines Waalweges an den herbstlich gefärbten Weinbergen vorbei zurück zum Ausgangspunkt.

Die Nebensaison war auch der perfekte Zeitpunkt um die Gärten von Schloss Trauttmansdorff zu besichtigen. Auch hier waren kaum andere Besucher vor Ort, so dass wir die Gärten und das Schloss ganz in Ruhe besichtigen konnten. Von dort hat man eine traumhafte Aussicht über ganz Meran.

Ein paar Tage später hatten wir dann sogar die Möglichkeit, selbst in einem Schloss zu übernachten. Das Castel Rundegg liegt direkt in Meran, nur ein paar Kilometer von unserer ersten Unterkunft entfernt. In nur 15 Minuten erreicht man zu Fuß die Meraner Innenstadt.

Das Schloss geht auf einen schon im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnten Turm zurück. Dieser wurde über die Jahrhunderte immer wieder erweitert. Seit den 1970er Jahren dient das Schloss als Hotel. Es verfügt über einen sehr schönen und großzügigen Garten, in dem sich auch ein neuer luxuriöser Außenpool befindet. Das Innere des Schlosses ist authentisch eingerichtet und versprüht diesen besonderen Charme, den man mit einer ganz neu zusammengekauften Ausstattung einfach nicht hinbekommt. Natürlich muss man deshalb nicht auf moderne Annehmlichkeiten verzichten. Auch den Wellnessbereich mit beheiztem Hallenbad, Sauna und Dampfbad haben wir ausgieblig genutzt. Das mehrgängige Abendmenü hat auf ganzer Linie überzeugt (super Kaiserschmarrn). Hier wird nicht nur hübsch angerichtet, hier wird auch exzellent abgeschmeckt und es kommt nur beste Qualität auf den Tisch.

Da wir die Gegend nun schon etwas kannten, haben wir die Gelegenheit genutzt, mal einen Tag an den Gardasee zu fahren, der nur knapp 1,5 Stunden Autofahrt entfernt liegt. Dort konnten wir noch ein paar Italienvibes einfangen. In Malcesine zum Beispiel fanden wir leere Gassen ohne Menschenmassen vor, aber leider auch eine geschlossene Burg, sowie geschlossene Bars und Restaurants.

Am nächsten Tag war es dann wieder Zeit für Natur und Wandern. Eine der Almen, die noch geöffnet hatte war die Moschwaldalm auf 1760 Metern. Wir haben unser Auto auf dem Parkplatz in Hafling/Falzeben geparkt (dank Nebensaison sogar kostenlos) und sind stets den Beschilderungen gefolgt. Wir haben diese Wanderung gemacht, allerdings die Rotwandhütte links liegen gelassen, was uns knapp 100 Höhenmeter gespart hat.

Von Südtirol aus ging es für uns noch für ein paar Tage nach Tirol in Österreich. Wir sind schon so oft über den Brenner gefahren. Aber dieses Mal hatten wir zum ersten Mal Zeit einen Abstecher zum Obernberger See zu machen. Es sind nur 15 Minuten Umweg von der Autobahn runter, und die haben sich absolut gelohnt. Vom Parkplatz aus läuft man dann noch mal 30 Minuten aufwärts zum See. Danach kann man den See in knapp einer Stunde umrunden, was wir euch unbedingt empfehlen. Der See strahlt in schönstem Blau und Türkis in einer traumhaften Bergkulisse. Wir empfehlen die Umrundung von der linken Uferseite zu starten. Auf der rechten Seite hat man dann die Möglichkeit den Seesteig zu nehmen, der sehr abwechslungsreich ist, aber nicht kinderwagengeeignet.

Nach der Wanderung haben wir in unserer letzten Unterkunft eingecheckt, dem Böglerhof. Die Hotelanlage ist wie ein eigenes Dorf aufgebaut, es gibt nichts was es dort nicht gibt. Zwei Wellnessbereiche, einer für die ganze Familie (mit Textilsauna, Dampfbad, Indoor- und beheiztem Außenpool) und einen Adults-only Wellnessbereich (mit mehreren Saunen, Dampfbad, beheiztem Außenpool). Das Hotel ist familengeführt und über die Jahre immer weiter gewachsen. Mittlerweile hat das Haus 5 Sterne und das ist absolut angemessen. Wer allerdings auf Grund der luxuriösen Ausstattung und der Qualität des Angebots Sorgen hat, dass es etwas steif zugehen könnte, dem können wir sagen, dass das absolut nicht der Fall ist. Die Atmosphäre ist super angenehm, familiär und herzlich.

Außerdem gibt es auf dem Böglerhof Hühner, Alpakas, einen eigenen Kräutergarten, zwei Lesebereiche, zwei Restaurants, die erwähnten Wellnessbereiche, einen Tischtennis-Raum und einen Gemeinschaftsraum. Wir haben uns anfangs tatsächlich ständig verlaufen.

Schon das Frühstücksbuffet macht klar, dass hier nur gute Produkte serviert werden. Wirklich ein super Start in den Tag. Das Menü am Abend ist dann tatsächlich herausragend gut. Hier färbt die Küche des angeschlossenen Gourmetrestaurants ab. Auch die Weinauswahl ist mehr als überzeugend.

Vom Böglerhof aus haben wir einen Ausflug an den Achensee gemacht. Dort sind wir den Gaisalmsteig am Westufer entlanggewandert. Dieser wird allerdings nur erfahrenen Wanderern empfohlen und man sollte unbedingt schwindelfrei sein. Mit festem Schuhwerk und Wanderstöcken ist der Weg aber gut machbar. Die Aussicht auf den See ist einmalig.

Unser Fazit, zu einem Südtirol-Urlaub im November: Wen es nicht stört, dass Almen und Bergbahnen schon geschlossen haben, der kann sich über entspannte Tage in den Hotels, menschenleere Wanderwege und wundervolle Natur in den schönsten Herbstfarben freuen.

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