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Über den Landweg nach Griechenland auf den Peloponnes

Wir hatten im Mai/Juni sieben Wochen Zeit mit unserem Wohnmobil zu verreisen. Genügend Zeit um über den Balkan nach Griechenland zu fahren.

Falls ihr auch Lust auf dieses Abenteuer habt, geben wir euch in diesem Beitrag ein paar Tipps und Empfehlungen zu Stopps, die wir besonders lohnenswert fanden.

Vor der Abfahrt stand nur ein grober Plan mit Must-Sees in Bosnien-Herzegowina und Albanien. Aufgrund des Wetters haben wir die Stopps auf den Hin- und Rückweg aufgeteilt, werden diese hier zur besseren Übersicht aber nicht chronologisch sondern nach Ländern auflisten.

Bosnien-Herzegowina

Blagaj & Mostar

Kaum in Bosnien angekommen, fiel uns direkt auf, wie ursprünglich das Land noch ist – die Einwohner sind sehr gastfreundlich und herzlich. Auf unserem ersten Stopp, dem Stellplatz „Autocamp Blagaj“ wurden wir mit Kuchen, kalten Getränken und einer Flasche Wein aufs Haus begrüßt. Der Platz liegt idyllisch direkt am Fluss Buna mit seinem türkisblauen Wasser.

Von unserem Stellplatz aus wurden wir mit dem Taxi ins nahegelegene Mostar gefahren. Die Stadt ist absolut lohnenswert, besonders am Abend, wenn die meisten Touristen schon wieder auf dem Heimweg sind. Vielleicht habt ihr ja Glück und könnt die berühmten Brückenspringer beobachten, die von der 27 Meter hohen Brücke „Stari Most“ in den Fluss springen.

Kravica Wasserfälle

Nicht weit von Mostar entfernt liegen die „Kravica Wasserfälle“. Sie erinnern an die bekannten Wasserfälle in Kroatien, nur etwas kleiner und nicht so überfüllt. Auch der Eintritt mit 10€ pro Person ist deutlich entspannter. Wir haben uns die Wasserfälle auf der Durchreise angesehen. Plant ihr einen längeren Aufenthalt, empfehlen wir euch den Stellplatz „Auto Camp Kravica“. Der Platz befindet sich direkt im Nationalpark, ihr zahlt nur einmal Eintritt und die Stellplatz-Gebühr und könnt während eures Aufenthalts unbegrenzt die Wasserfälle besuchen.

Albanien

Theth

Bei unserer Fahrt durch Albanien, wollte ich unbedingt die albanischen Alpen und hier besonders das Bergdorf „Theth“ sehen. Die 2,5 stündige Fahrt hoch ist nichts für schwache Nerven. Die Straße hoch ins Dorf ist inzwischen zwar komplett asphaltiert, aber sehr eng. Sobald Gegenverkehr kommt, der nur selten ausweicht, muss man runter vom Asphalt und hin und wieder in die Büsche ausweichen. Mit einem teilintegrierten Wohnmobil machbar, aber nur bedingt zu empfehlen.

Oben angekommen wird man allerdings mit einem traumhaften Ausblick und idyllischem Bergpanorama belohnt. Die meisten Guest Houses bieten Campern an, auf dem Hof zu übernachten. Wir standen für 2,50 € die Nacht bei „Restaurants & Guesthouse Villa Gurra“ ohne Dienstleistungen. Gegessen haben wir abends bei „Gurra Family Guesthouse“. Das Essen dort ist sehr zu empfehlen, aber reserviert am besten einen Platz. Dort könnt ihr auch übernachten, für 15 € pro Nacht, dafür etwas komfortabler.

In Theth solltet ihr unbedingt einen Rundgang durchs Dorf machen, verpasst dabei nicht die 1892 erbaute, historische Kirche.

Einen Tag haben wir uns außerdem für die Wanderung zum Grunas Wasserfall eingeplant. Die Wanderung ist anspruchsvoll, aber bei trockenem Wetter und mit festem Schuhwerk gut machbar.

Gjirokaster

Ein weiteres Highlight unserer Fahrt durch Albanien, war die im Süden gelegene Stadt Gjirokaster, die seit 2005 zum UNESCO-Welterbe gehört. Die gesamte Altstadt ist absolut sehenswert. Aber plant unbedingt ausreichend Zeit ein, um die Burg zu besichtigen. Das Gelände ist riesig und es gibt so vieles zu entdecken.

Die sonst bekannten Geländer und Absperrungen sucht man vergeblich, hier wird noch an das eigene Verantwortungsbewusstsein appelliert.

Griechenland

Festland

Sowohl in Bosnien, als auch Albanien sind wir mautfrei unterwegs gewesen. Darum haben wir uns nichts dabei gedacht, als wir in Griechenland auch weiter dem Navi gefolgt sind.

Doch spätestens auf dem Peloponnes empfehlen wir euch die mautfreien Routen als Alternative zu checken. Gerade für Wohnmobile fallen sonst sehr hohe Gebühren an (Camper zahlen teilweise das 3fache an Gebühren wie Autos). Meistens werden auf den mautfreien Straßen nur ein paar Minuten mehr benötigt, aber ihr spart richtig viele Gebühren.

Parga

Diesen süßen Küstenort haben wir zufällig entdeckt, als wir einen Zwischenstopp auf dem Festland von Griechenland einplanen wollten. Hier bekommt ihr absolute Griechenland-Vibes. Kleine Felsen im Wasser wie bei „Mamma Mia“, türkisblaues Wasser, sowie kleine Tavernen und Boutiquen.

Außerdem könnt ihr von Parga aus einen Tagesausflug nach Paxos und Anti-Paxos unternehmen. Bei dieser Bootstour werden die schönsten Buchten angefahren und laden zum Schwimmen und Schnorcheln ein.

Wir haben auf dem Campingplatz „Valtos“ übernachtet. Die Lage ist perfekt, der Strand in wenigen hundert Metern erreichbar. Allerdings sind die Stellplätze wirklich eng und man hat kaum Privatsphäre. Dies war auch der einzige Platz in der Nebensaison Mitte Juni, bei dem es schwer war einen freien Platz zu bekommen. Reservierungen sind hier eindeutig zu empfehlen. Solltet ihr wie wir aber sowieso den ganzen Tag am Meer verbringen oder einen Ausflug planen, ist dieser Ort perfekt.

Koronisia

Dieser Ort, abseits aller Touristenmassen befindet sich auch noch auf dem Festland, nahe Preveza. Dieses kleine Dorf ist die einzige bewohnte Insel im Ambrakischen Golf. Allein der Weg dorthin ist spektakulär. Direkt aus dem Camper heraus haben wir auf der Anreise Meeresschildkröten gesehen. Mit Glück kann man auch Delfine und Robben entdecken. Die Gegend ist der peferkte Ort für Naturliebhaber.

Im Dorf selbst gibt es Tavernen, in denen ihr frisch zubereiteten Fisch direkt aus dem Ambrakischen Golf zubereitet bekommt. Die Bewohner sind super herzlich und freuen sich über jeden Besucher.

Lefkada

Diese Insel ist bekannt für ihre traumhaften Strände und das türkisblaue Meer. Da ausgerechnet zu unserem Reisezeitraum die Bedingungen fürs „Wild-Campen“ verschärft wurden, standen wir nur auf Plätzen, auf denen Campen gestattet war. Daher haben wir uns auf Lefkada für den Campingplatz „Poros Beach Camping“ entschieden. Dieser liegt an einer wunderschönen Bucht mit Kiesstrand. Durch den Kies war hier aber auch das klarste Wasser, das wir auf unserer ganzen Reise gesehen haben. Vom Campingplatz aus kann man an eine tolle Wanderung in den nächsten Fischerort Sivota unternehmen.

Auf dem Peloponnes selbst:

Kaiafas Lake

Diesen Zwischenstopp solltet ihr auf keinen Fall auslassen. Dieser See verfügt über Thermalquellen, das zugehörige Thermalbad ist gerade geschlossen, wurde bei unserem Besuch aber renoviert und vielleicht bald wieder geöffnet?

Aber das war nicht der Grund für unseren Besuch. In dem kleinen Flussausläufer direkt am Parkplatz wimmelt es nur so von Schildkröten und Wasserschlangen. Wenn ihr euch einfach nur ans Ufer stellt, kommen immer mehr Schildkröten aus ihren Verstecken auf euch zu geschwommen. Leider werden sie dort sehr häufig mit Brot gefüttert, was ihnen nicht gut tut. Also lieber einfach nur beobachten und genießen 🙂

Stoupa

Dieser Küstenort ist ähnlich wie Parga. Zwei Buchten, wieder mit türkisblauem Wasser – durch einen Hügel voneinander getrennt.

Übernachtet haben wir auf dem Campingplatz „Kalogria“, der sich auf dem Hügel befindet und eine tolle Aussicht auf den bekannten Kalogria Beach bietet. Uns hat es dort so gut gefallen, dass wir unseren geplanten Aufenthalt von 3 Tagen direkt verdoppelt haben.

An der Strandpromenade gibt es viele leckere Tavernen, hier hatten wir unsere allererste Gyros-Pita der Reise. Ein Fladenbrot gefüllt mit Gyros, Gemüse, Zaziki und Pommes – auch die vegetarische Variante ohne Gyros ist super lecker und der perfekte Snack. Und der Ort hat uns mit den schönsten Sonnenuntergängen überzeugt.

Der Kalogrias Beach ist auch bei den Einheimischen sehr beliebt und kann am Wochenende schon mal voll werden. Es fließen kalte Strömungen aus den Bergen ins Meer, weshalb die Temperatur auch im Juni nur bei 19-20 Grad lag – im Hochsommer bestimmt eine tolle Erfrischung.

Monemvasia

Monemvasia ist wohl DER Ort, den man gesehen haben muss, wenn man den Peloponnes bereist. In jedem Reiseführer und auf jedem Blog wird über diesen Ort geschwärmt und das zu Recht.

Er liegt im Süden auf einer kleinen aber steilen Insel, die über einen begeh- und befahrbaren Damm mit dem Festland verbunden ist. Enge Gassen, kleine Tavernen, byzantinische Architektur, Eselskarren statt PKW und eine wirklich beeindruckende Stadtmauer sprechen für diesen Ort.

Die auf dem Festland Monemvasia direkt gegenüberliegende Stadt Gefira, bietet einen kostenlosen Stellplatz (allerdings ohne jeden Service), von dem aus man fußläufig dorthin gelangen kann. Der Ort verfügt über eine ganze Reihe von schönen Tavernen direkt am Meer, so dass die Küche im Camper lieber kalt bleiben sollte.

Weitere Orte die wir empfehlen können sind Marathopoli, Nafplio, Alt-Korinth und Kalamata. Aber egal wo ihr an der Küste des Peloponnes entlang fahrt, jeder Ort hat irgendwie seinen eigenen Charme und bietet Erholung und Genuss pur.

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