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Forester -Burger und mehr erobern die Kleinstadt

Wer in Sarstedt, einer Kleinstadt ca. 20 km südlich von Hannover, gut auswärts essen möchte hat leider wirklich wenig Auswahl. Neue Restaurants haben es außerdem oft schwer, Fuß zu fassen.

Das kulinarische Angebot beschränkt sich auf diverse Schnellimbisse (Döner etc.) sowie die Standard-Griechen und –Italiener, die man so in jeder Stadt findet.

Nun hat der Hype um Burger auch Sarstedt erreicht. Ende letzten Jahres hat es (warum auch immer) den ehemaligen Betreiber von „Duke Burger“ aus Hannover nach Sarstedt verschlagen.

Der mit Mitte 20 recht junge Koch Felix Förster, hat in einem Sternerestaurant gelernt und möchte mit seinem Restaurant Forester in eine Küche „wie vor 60 Jahren hier im Raum Sarstedt/Hannover/Hildesheim entführen – nur in die heutige Zeit versetzt!“

Wir haben für einen Sonntagabend reserviert. Da wir bereits mit dem „Duke Burger“ sehr zufrieden waren, wollten wir uns mal ein Bild von dem neuen Laden machen.

Als erstes fällt auf, dass das Lokal leider sehr schlecht besucht ist. Das wird sich im Laufe des Abends auch nicht mehr ändern. Die Inneneinrichtung wurde so vom Vorgänger (der nicht lange an dieser Stelle existierte) übernommen und ist ein Stilmix aus modern mit einigen orientalischen Elementen, sowie einer offenen Küche.

Beim Blick in die Weinkarte fällt die relativ selbstbewusste Preisgestaltung (+400% auf den EVP) auf. Der Domaine de Tariquet Sauvignon blanc war sehr typisch, mit Stachelbeeraromen, einer kräftigen Säure und einer leicht grasigen Note.

Der als Vorspeise servierte Salat mit Ziegenkäse, Feigensenf und Blätterteig war wirklich sehr in Ordnung. Der Ziegenfrischkäse war wie bei einer Crème Brûlée mit einer Zuckerkruste gratiniert. Der Salat selbst bestand aus diversen Blattsalaten, Rucola und Apfelstreifen und war mit einem gut abgeschmeckten Dressing angemacht. Die 3 winzigen Blätterteigteilchen hätten nicht unbedingt sein gemusst.

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Gemischter Salat mit Ziegenkäse

Als erstes Hauptgericht wählten wir den Pulled Pork Burger mit Dippers und Dip. Der Burger war durch das zarte Fleisch und den selbstgemachten Coleslaw sehr saftig, dazu die knusprigen, perfekt frittierten Dippers mit Mayonaise-Dip.

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Pulled Pork Burger

Das zweite Hauptgericht, ein Kalbszungenragout mit Kartoffelpüree und Lauch verdient ebenfalls Lob. Die Kalbszunge war extrem zart. Das Kartoffelpüree fein und cremig. An der Art dieses Gericht anzurichten könnte vielleicht noch etwas gearbeitet werden. Der Wein dazu, ein Chateau La Croix Laroque Fronsac, war eher nichtssagend und langweilig.

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Kalbszungenragout

Auch wenn wir bereits gut gesättigt waren, wollten wir uns einen Nachtisch nicht entgehen lassen, da die Auswahl sehr vielversprechend klang. Wie vermutet, waren die Desserts dann auf Grund der Größe der vorherigen Portionen eher ein Kampf.

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Milchschnitte

Zunächst entschieden wir uns für die Milchschnitte. Sie bestand aus einem flachen dunklen Gebäck, auf dem sich eine reichhaltige und sehr süße Creme befand. Das Honigmousse zusammen mit dem Biskuit kam dem originalen Geschmack der „Milchschnitte“ sehr nahe. Das dazu servierte Parfait schmeckte leider nur nach verwässerter Milch.

Das zweite Dessert, war eine Schokoladenvariation, bestehend aus einem Brownie (sehr gut), einem Schokomousse (auch sehr gut) und einer Creme von weisser Schokolade die wie einen Crème Brûlée gratiniert war (mittelgut). Dieses Dessert war wirklich unglaublich mächtig, aber das war auch schon beim Bestellen klar.

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Schoko-Variation

Zum Abschluss gab es dann noch einen Espresso aufs Haus.

Fazit: Ein Lokal, dass eine wirkliche Bereicherung für Sarstedt sein kann. Frisch zubereitet, gute Burger, ein nettes Ambiente. Die Weinkarte ist nicht der Kracher, aber das kann man ja ändern. Was jetzt wirklich noch fehlt, sind genügend Gäste, damit eine angenehmere Atmosphäre entsteht und sich dieses Restaurant in Sarstedt etablieren kann.

 

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