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Städtetrip nach Fès – Marokko

„Zwei blonde Mädels alleine in Marokko?“ „Da kommt ihr doch niemals heile wieder.“ „Lasst euch nicht gegen Kamele eintauschen…“

Solche Sprüche haben wir von fast jedem gehört, dem wir von unseren Reiseplänen erzählt haben. Da wir im Internet jedoch ausschließlich positive Berichte gelesen haben, vertrauten wir lieber den Personen, die bereits selbst dort waren.

So sind wir Anfang Februar von Bremen für 17 € pro Strecke mit Ryanair nach Fès geflogen. Und wir können direkt bestätigen, es ist vieles nur Panikmache. Natürlich sollte man sich nicht mitten in der Nacht alleine in den Straßen der Medina rumtreiben, aber das war für uns selbstverständlich.

Da unser Flug erst um 21:40 in Fès landen sollte, haben wir den Transfer vom Flughafen zur Medina im Voraus bei unserer Unterkunft gebucht. Der Taxifahrer hat das Riad rechtzeitig über unsere Ankunft informiert und wir wurden am Eingang der Medina zu Fuß vom Manager des Riads abgeholt.

Bereits dort haben wir gemerkt, wie verwinkelt die Straßen in der Medina sind. Es gibt zwei Hauptstraßen, von denen viele kleine Gassen abgehen. Autos fahren in der gesamten Medina keine, man begegnet lediglich Handkarren, Esel und ab und zu mal motorisierten Zweirädern.

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Wir haben uns vorab Gedanken gemacht, was wir uns in der Medina ansehen wollen. Dazu gehörten die Tanneries (Lederverarbeitung), die Nejjarine Fountain, die Medersa Attarin, sowie eine Teppichknüpferei.

Für den ersten Tag haben wir entschieden, uns einfach durch die Gassen treiben zu lassen und die ganzen Eindrücke auf uns wirken zu lassen.

Irgendwann wurde uns immer wieder ungefragt die Richtung zu den Tanneries gezeigt, der wir dann folgten. Den oft beschriebenen, unangenehmen Geruch haben wir bis dahin nicht wahrgenommen und auch auf einer der vielen Dachterassen war der Geruch gut zu ertragen. Vielleicht hatten wir Glück und der Wind stand günstig.

 

 

 

Im Anschluss der Besichtigung wird man durch die Shops der Lederverarbeitung geführt. Als Tipp: Schaut euch die Sachen gerne an, aber kauft lieber in einem der Shops NEBEN den Tanneries. Dort werden die gleichen Waren angeboten, jedoch um einiges günstiger. So sollte eine Tasche im Shop der Tanneries umgerechnet 100 € kosten (Handeln nicht möglich), in einem anderen Shop haben wir sie dann auf 35 € herunter gehandelt.

Am zweiten Tag wollten wir das bekannte Eingangstor zur Medina „Bab Bou Jeloud“ und den Königspalast ansehen. Beides liegt eigentlich nicht weit auseinander.  Allerdings haben wir uns auch außerhalb der Medina etwas verlaufen und standen auf einmal mittendrin in einem Wohnviertel der Marokkaner. Aber auch dort haben wir uns keineswegs unsicher gefühlt. Irgendwann haben uns drei kleine Jungs den richtigen Weg gezeigt und sich so ihr Taschengeld aufgebessert 🙂

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Bab Bou Jeloud

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Königspalast von Fès

Immer wenn ihr euch suchend umschaut und nicht mehr wisst wo es lang geht, wird euch direkt Hilfe angeboten. Sobald ihr sagt, wo ihr hinwollt, werdet ihr die „Helfer“ nicht mehr los und sie führen euch zu eurem gewünschten Zielort. Im Anschluss wollen sie dafür natürlich Geld haben. Und das nicht gerade wenig…Ein Marokkaner, der uns ca. 40 Meter begleitet hat, fühlte sich von umgerechnet 5 Euro sogar beleidigt und wurde etwas unfreundlich.

Ab da haben wir die Fragen wo es hingehen soll, dankend abgelehnt. Am zweiten Tag haben wir uns sogar schon ganz gut selbst zurecht gefunden.

Manchmal sollte man jedoch auf die Tipps der Einheimischen hören. So wollte uns ein Marokkaner unbedingt die Dachterasse eines Restaurants (Nejjarine) zeigen. Wir hatten zwar keinen Hunger, aber haben uns überreden lassen. Am Ende waren wir 2 Stunden dort, haben super lecker gegessen und die Sonne genossen.

Restaurants:

Restaurant Nejjarine

Restaurant Laglali

The Ruined Garden

Unterkunft:

Durch eine Empfehlung auf einem anderen Blog sind wir auf das Dar Ahl Tadla aufmerksam geworden, welches für sein super Frühstück gelobt wurde. Außerdem war uns wichtig, dass es ein Restaurant in der Unterkunft gibt, damit wir abends nicht mehr raus müssen.

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Innenhof im Dar Ahl Tadla

Der im Voraus gebuchte Transfer hat super geklappt, als wir dann im Riad ankamen wurde uns jedoch gesagt, es gäbe Probleme mit dem Zimmer und wir müssen eine Nacht in einem anderen Riad verbringen. Den gesamten Preis sollten wir allerdings im Voraus bezahlen, ohne einen Beleg zu erhalten. Und ein Restaurant gab es in dem Riad auch nicht. Stattdessen hat der Manager angeboten, uns zu einem Restaurant zu begleiten.

Unsere anfängliche Skepsis, eine Nacht in einem anderen Riad zu verbringen, war unbegründet. Es handelte sich um ein wunderschönes Riad, super sauber und mit dem freundlichsten Manager, den man sich vorstellen konnte. Getoppt wurde das ganze am nächsten Morgen mit einem perfekt gedeckten Frühstückstisch.

Wir wären am liebsten die gesamte Zeit dort geblieben und würden uns beim nächsten Mal auf jeden Fall direkt für das Dar Jannat entscheiden.

Unser Fazit von der kurzen Reise ist, dass Marokko ein wunderschönes Land mit einer spannenden Kultur und super freundlichen Menschen ist. Die Händler auf den Märkten sind weniger aufdringlich als in manch anderen arabischen Ländern und auch um die Sicherheit braucht man sich selbst als Frau keine Sorgen machen, wenn man sich an gewisse Regeln hält. Die meisten Männer haben uns freundlich und respektvoll behandelt. Teilweise wurden wir in ihren Shops zu Minztee eingeladen und konnten uns nett mit Ihnen unterhalten.

Uns haben Land und Leute einfach nur fasziniert, so dass wir auf jeden Fall wieder kommen werden. Geplant ist dann eine Rundreise durch das ganze Land.

 

 

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